Das Zürcher Startup Liberovision ist bald kein solches mehr, das junge Unternehmen hat einen Käufer gefunden.

Gründer Würmlin und NiederbergerGrund zur Feier im Technopark: Das vierjährige Startup Liberovision ist unter die Haube gekommen. Wie das Zürcher ETH-Spinoff und der Mediendienstleister Vizrt bekannt gegeben haben, übernimmt dieser Liberovision für eine Summe von 10 Mio. Franken.

Wir haben Liberovision bereits letztes Jahr schon porträtiert. Das Startup hat eine Software entwickelt, die in Echtzeit die Analyse von Spielsituationen in Fussball, Rugby oder anderen Spielarten erlaubt. Sie gewinnt die Informationen über Spielerpositionen und -bewegungen aus Fernsehbildern und setzt diese anschliessend in 3D-Daten um. So können Sportkommentatoren Offside-Situationen oder taktische Spielzüge übersichtlich dargestellt besprechen, ohne nur auf Videoreplays zurückgreifen zu müssen. Wie das genau aussieht, lässt sich auf der Website des Unternehmens anschauen.

Der Käufer, Vizrt (sprich: “Wizard”) ist ein in Norwegen beheimatetes Softwareunternehmen mit weltweiten Niederlassungen. Der Konzern hat letztes Jahr einen Gewinn von 86 Mio. Dollar ausgewiesen, ist also kein Leichtgewicht. Vizrt beliefert unter anderem CNN, die BBC oder das ZDF mit seinen Produktions-Anwendungen, primär Software für Videobearbeitung, Grafikdesign und 3D-Animationen im Fernsehbereich – Liberovision passt offensichtlich gut ins Portfolio der Firma.
Laut dem skandinavischen Unternehmen soll die Übernahme in drei Schritten vor sich gehen: 60 Prozent der Anteile (Wert 6 Mio. Franken) werden per sofort übernommen. Dazu gehört auch ein möglicher Bonus: Dieser Betrag wird nämlich um ein weitere Million erhöht, sofern es Liberovision gelingt, ein EBIT von über einer Million Franken für 2010 auszuweisen. Die verbleibenden 40 Prozent des Übernahmepreise werden in zwei weiteren Tranchen geleistet, jeweils bei Einreichung der Gewinnrechnung für 2011 und 2012. Die Übernahmesumme wird zu 80 Prozent in Cash und zu 20 Prozent in Aktienanteilen von Vizrt geleistet.

Liberovision hat unter anderem bereits bei Venture Leaders, dem Heuberger Jungunternehmerpreis und Venture 2006 abgeräumt. Für die Gründer ist es kein Exit, sie wollen bis auf weiteres beim Unternehmen bleiben.