Wenn sich Startups ihre Infrastruktur selber schaffen: Ein Blick auf den Zürcher Rocket Park.

Startups hatten es im Kanton Zürich noch nie so einfach, ein Zuhause zu finden. Inkubatoren und Raumangebote entstehen am laufenden Band. Ein solcher neuer Coworking Space, der sich explizit an Web-Startups richtet, ist der Rocket Park in der Zürcher Binz.

Anders als beim frisch eröffneten BlueLion-Inkubator, dem newtechClub in Schlieren, dem Technopark oder dem Startzentrum ist hier aber kein Verein oder eine offizielle Trägerschaft am Werk, sondern ein Startupper: Marc Stieger vom Lead-Portal offerten24.ch steht hinter dem Raumangebot.

Der Coworking Space entstand laut Marc «aus der Not heraus». Er und sein Startup waren Untermieter eines anderen Unternehmens, das im aktuellen Gebäude ein ganzes Stockwerk geleast hatte. Als die Firma auszog, stand er vor der Entscheidung, sich entweder einen neuen Standort zu suchen oder den Raum selbst zu übernehmen. Da die Idee eines eigenen Startup-Hubs schon länger im Raum stand – offerten24.ch war selbst ein Weile im Citizen Space einquartiert -, entschied sich Marc sich für letzteres. Das Ergebnis ist der Rocket Park, in dem nun auf 180 Quadratmetern mehrere Büros zur Verfügung stehen. Alles startupgerecht schlank und ohne Luxus, so der Initiant.

Gute Resonanz

Die Idee ist nicht bahnbrechend, aber konsequent ausgeführt. Nach den Startschwierigkeiten des Zürcher Betahauses (nach erfolgloser Raumsuche liegt das Konzept nur fürs erste auf Eis) zeigt der Rocket Park, dass solche Projekte doch in kurzer Zeit aus dem Boden gestampft werden und funktionieren können.

Lässt sich mit einem Coworking Space ein Zubrot für das eigene Startup verdienen? Marc verneint, finanziell sei das Raumangebot nicht sehr lukrativ. Es gehe ihm aber mehr darum, Gründer zum gegenseitigen Austausch an einem Ort zusammen zu bringen.

Der Rocket Park muss sich nicht über mangelnde Interessenten beklagen. Bereits ein erstes Inserat traf auf gute Resonanz und sorgte dafür, dass innert kurzer Zeit die erste Charge an Arbeitsplätzen vermietet war. An Bord sind:

  • Vedran Rudelj mit fliptation.ch (responsive Webdesign)
  • Philipe Fatio und Philip Reichen vom Mobile Startup LocalUncle (Startwerk-Porträt)
  • Lukas Peyer und Gabriel Hase, (ehemals politnetz.ch) mit ihrem neuen Startup
  • Martin Tuor mit Tuor Media Labs (Webdesign)
  • Janine Gassner mit der Blue Entertainment AG (Event Management)

Bei weiteren Anfragen werde er den Space vergrössern, so Marc. Nach entsprechender Nachfrage bis zu 20 weitere Arbeitsplätze zu schaffen sei kein Problem.