Kurze Fragen, kurze Antworten – regelmässig stellt sich ein Startupper unserer Fragerunde. Diesmal mit dem CEO des Mobilitäts-Startups cabtus.

David Brunner, cabtus (Bild: zvg)Was ist die Idee von cabtus?

Cabtus bietet ICT-Lösungen im Mobilitätsbereich an, so dass unsere Mobilität nicht nur bequemer und ökologischer wird, sondern auch mehr Spass macht. Dazu setzen wir unsere modulare Technologie «lumos» ein, die wir unseren Kunden im Software-as-a-Service-Modell (SaaS) anbieten.

Wie seid ihr darauf gekommen?

Mein Geschäftspartner, Stefan Kaspar, hat in Australien ein ICT-Unternehmen aufgebaut. Eine Firma mit einer Lösung für den Zahlungsverkehr für Taxis war sein Kunde. Da ist ihm das grosse Potenzial neuer ICT-Technologien in der Mobilität aufgefallen. Zurück in der Schweiz, hat er gleich die cabtus AG gegründet. Mittlerweile hat sich bestätigt, dass wir uns zum richtigen Zeitpunkt im richtigen Markt befinden, denn in unserer Branche wird sich in den kommenden 5-10 Jahren sehr viel bewegen.

Wie soll die Vermarktung funktionieren?

Aktuell betreiben wir klassischen B2B-Vertrieb. Allerdings werden wir die Online-Vermarktung mit zunehmender Skalierung hochfahren. Unser mittelfristiges Ziel ist ja, nur noch fertige Lösungen im SaaS-Modell anzubieten wie das beispielsweise Salesforce im CRM-Bereich macht.

In welchem Bereich fehlte dir bei der Gründung am meisten Know-How, wo musstest du dir zusätzliches Wissen aneignen?

Da ich meine erste Startup im Ausland aufgebaut hatte, fehlte mir nach über 5 Jahren Auslandaufenthalt das Netzwerk und Erfahrung im Fund-Raising in der Schweiz. Natürlich habe ich auch die Venturelab-Kurse besucht, die ich sehr empfehlenswert finde. Online-Marketing, PR und soziale Netzwerke waren mehrheitlich neu für mich. Dank dem KTI-Label-Programm haben wir durch unseren Coach wertvolle Unterstützung und ein paar gute Kontakte erhalten.

Was würdet ihr rückblickend beim Gründen anders machen?

Ich würde gleich von Anfang an die Methoden des «Lean Startups» von Eric Ries mit voller Konsequenz anwenden. Wir haben den klassischen Fehler gemacht, viel zu entwickeln, bevor wir die eigentliche Bestellung des zahlenden Kunden in der Hand hatten. Leider lag das teilweise auch an unserem Geschäftsmodell. In der Schweiz würde ich nur noch mit einem B2B-Geschäftsmodell anfangen und das Geschäft soweit mit Kundenaufträgen finanzieren, bis ich eine gewisse finanzielle Stärke erreicht habe. Grosse Visionen im B2C-Bereich bedürfen viel Kapital und haben, aus meiner Sicht, bessere Chancen in den USA. Die Grösse des Marktes und die Finanzierungsmöglichkeiten eignen sich für diese Art von Projekten viel besser. In Europa sind wir nicht weniger innovativ als die USA, aber die Voraussetzungen sind anders.

Warum bist du Unternehmer geworden und was wäre deine Alternative im Berufsleben?

Eigentlich wusste ich schon mit 16 Jahren, dass ich Unternehmer werden wollte. Ich bin überzeugt, dass man so etwas im Blut hat. Damals war ich noch ratlos, wie man denn am besten Unternehmer wird. Eine entsprechende Studienrichtung gibt es nicht und ich komme auch nicht aus einer Unternehmerfamilie, die mir Tipps hätte geben können. Nun bin ich seit bald zehn Jahren Unternehmer. Alternativ hätte ich viele andere Berufsrichtungen einschlagen können, denn ich bin von Natur aus neugierig und leicht zu begeistern. So war ich in der Inbetriebnahme von Kraftwerken auf drei Kontinenten, im Verkauf von Eisenbahnsystemen in Südostasien und Mitgründer von zwei Mineralwasserfabriken in Kongo und Mosambik. Vermutlich hätte ich alles gemacht, Hauptsache spannend und herausfordernd.

Bei welcher Geschäftsidee ärgerst du dich, dass du sie nicht als erster hattest?

Es ist mir noch nie passiert, dass ich eine Idee als erster hatte. Ich glaube, dass es das gar nicht gibt. Deshalb ärgere ich mich nicht. Die Ideen sind alle schon da, die einen sind schon realisiert, die anderen aber noch nicht oder nicht richtig. Die Perle einer Idee, wenn sie noch nicht richtig umgesetzt worden ist, kann mit ein paar cleveren Kniffs wunderbar realisiert und skaliert werden.

Was ist dein Tipp für angehende Gründer?

Meine Tipps wären: Bootstrapping, so weit es geht und das Geschäftsmodell so wählen, dass deine Kunden weitestgehend das Business finanzieren. Im Businessplan muss man effektiv davon ausgehen, dass in Realität nur halb soviel Umsatz nach doppelter Durststrecke kommen wird. Schliesslich aber das Wichtigste: Mache dich möglichst früh bei potenziellen Kunden schlau. «Get connected!»

Welches Startup sollen wir als nächstes in dieser Rubrik bringen?

Die White Cat Services.