Tilpy ist ein junges Startup, das Fotografen und Kunden zusammenführen soll. Wie es das machen will und wo man sich das nötige unternehmerische Know-How geholt hat, erzählt Mitgründer Maki Mikkelson.

tilpy-team-3

Die drei Gründer von Tilpy (v.l.n.r.): Anvarzhon Zhurajev (CTO), Roland Villars (CEO) & Maki Mikkelson (CDO).

Maki, bevor wir uns über Tilpy unterhalten, stell dich kurz unseren Lesern vor.
Ich bin CDO bei Tilpy. Nun ja, CDO ist nicht gerade eine bekannte Begrifflichkeit in diesem Zusammenhang, aber bei uns steht es für Chief Design Officer. Bevor wir unsere Firma Tilpy AG gründeten, habe ich Interaction Design an der ZHdK studiert und danach habe ich bei GetYourGuide gearbeitet. Nebenbei arbeite ich noch in einer geschützten Werkstatt im Mathilde Escher Heim, wo ich Frontend Webdesign lehre. Ebenso bin ich als Freelancer tätig.

Bevor du mit deinen Kollegen Tilpy gegründet hast, wart ihr alle bei GetYourGuide. Wie habt ihr diese Zeit erlebt?
Die steile Erfolgskurve von GetYourGuide war für uns eine grosse Inspiration. Wir wurden dort mit dem Unternehmer Virus angesteckt. Aus diesem Grund und weil wir uns dort alle kennengelernt haben, würde es Tilpy wahrscheinlich ohne GetYourGuide gar nicht geben.

maki

Maki Mikkelson

Stell in ein paar Sätzen Tilpy vor.
Tilpy schliesst die Kluft zwischen Profi-Fotografen und Unternehmen, welche hochwertiges Bildmaterial brauchen. Wir wollen Bild-Käufern den Zugang zur grössten Bild-Bibliothek der Welt ermöglichen. Das System funktioniert denkbar einfach: der Kunde teilt in Form einer Ausschreibung mit, was für ein Bild und was für eine Lizenz er braucht. Tilpy informiert sein Netzwerk von professionellen Fotografen über die Bildsuche, worauf diese passende Bilder zum lizenzieren hochladen. Anschliessend wählt der Kunde aus den eingereichten Bildern das perfekte aus.

Wie bezahlt ihr eure Fotografen?
Unsere Fotografen erhalten 70% Kommission für jedes verkaufte Bild. Wir bieten verschiedene Bild-Lizenzen an. Je nachdem für welchen Zweck ein Bild gekauft wird ergibt sich ein anderer Preis. Unser Ziel ist es vor allem Rights-Managed Bilder zu verkaufen und keine Royalty-Free, obwohl wir diese auch anbieten.

Ihr habt an diversen Förderprogrammen teilgenommen. Kannst du uns davon erzählen?
Das Leben eines Startup Besitzers ist hart. Es braucht viel Zeit, um eine funktionierende Firma aufzubauen und Aufmerksamkeit zu generieren. Da hilft es natürlich sehr von anderen Kollegen, die ein junges Unternehmen führen, zu erfahren, welche Stolpersteine sich ihnen in den Weg gestellt haben und wie sie ihre Firma gross und bekannt gemacht haben. An den IFJ Events konnten wir solche Erfahrungen sammeln und so interessante Gespräche verfolgen.

Wie haben euch diese geholfen, um die Firma voranzutreiben?
Da wir zurzeit vor allem daran sind unsere User-Base zu vergrössern, waren für uns vor allem die Marketing Tipps sehr wertvoll. Von anderen erfolgreichen Startup Firmen zu lernen ist essentiell für uns. So können wir verhindern, dieselben Fehler zu machen, und dafür ihre erfolgreichen Strategien übernehmen. Einer der wichtigsten Inputs, den wir von diesen Events mitgenommen haben, ist es, sich zu vernetzen und zu schauen, dass unser Name in möglichst vielen Medien auftaucht und zudem früh mit der Vermarktung zu beginnen.

Habt ihr sonstige Erfahrungen mit dem IFJ gemacht?
Natürlich nutzen wir den Service von IFJ, der auf der Webseite angeboten wird. Seien es Infoblätter oder Kursangebote, wir haben dort sehr gute Informationen gefunden. Als wir die Gründung unseres Unternehmens vornahmen, konnten wir sehr von den Checklisten, wie auch von Blog-Einträgen vom IFJ profitieren. Ich kann natürlich jedem empfehlen das Angebot für eine Firmengründung durch IFJ vorzunehmen, um Zeit zu sparen, sich Sicherheit zu verschaffen und von der Beratung und vom Netzwerk zu profitieren. Die Professionalität des IFJ ist absolut überzeugend.

Wie sehen die nächsten Schritte aus?
Unser nächster Schritt ist es unsere Kunden-Basis zu vergrössern. Wie auf der Webseite von IFJ steht: “Ohne Kunden ist Ihr Unternehmen nur eine Geschäftsidee”. Das bedeutet Marketing, Marketing, Marketing und Sales, Sales, Sales. Wir bewirtschaften alle sozialen Medien, schreiben Blog-Einträge und verschicken jede Menge Newsletters.
Erst wenn wir eine kritische Masse an professionellen Fotografen aufgebaut haben, wollen wir uns um Käufer kümmern. Zurzeit müssen unsere Bild-Käufer noch in einer “Warteschlange” anstehen, bevor sie ihre Ausschreibungen auf Tilpy publizieren können. Das heisst, wir sammeln momentan potentielle Kontakte von Kunden und informieren diese sobald wir uns sicher sein können, dass ihre Ausschreibungen in kurzer Zeit und erfolgreich über die Bühne gehen.

Die Idee kann auch im Ausland funktionieren. Ist das venture leaders Programm von venturelab ein Thema für euch?
Ja, unser Business-Modell ist global ausgelegt und funktioniert auch im Ausland. Wir haben Benutzer von überall aus der Welt. In den meisten Fällen kommt es nicht darauf an, von welchem Ort eine Anfrage für ein Bild kommt. Das venture leaders Programm von venturelab ist interessant für uns. Jedoch wäre eine Teilnahme noch ein wenig verfrüht. Sobald wir noch ein wenig gewachsen sind und eine Expansion von unserem Team in andere Länder vornehmen können, werden wir uns sicher anmelden. Ebenso ist die Suche nach Investoren, wie bereits angesprochen, noch kein Thema für uns, sobald wir aber diesen Schritt machen wollen, wird venturelab die erste Anlaufstelle sein.