Ab dieser Woche kannst du dich mit deinem aufstrebenden Startup für die venture leaders Programme in den USA bewerben. Mit venture leaders in Technology und venture leaders in Life Science triffst du in New York oder in Boston Top-Adressen aus der Industrie und erhältst einen einmaligen Zugang zu hochkarätigen Investoren. Dass solche intensiven «Business Development»-Reisen für die Startup-Internationalisierung extrem hilfreich sein können, hat die Vergangenheit mehrmals gezeigt. Wir haben uns mit mehreren Alumni zusammengesetzt, die in unserer neuen Reihe #vleaders von ihren US-Erlebnissen und den daraus resultierenden Erfolgen erzählen. Den Start macht InSphero CEO Jan Lichtenberg, der sich auch als Sponsor beim venture leaders Programm für die zukünftige Startup Generation engagiert. 

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Im Oktober erhielt Lichtenberg den Preis als «Swiss Emerging Entrepreneur» beim EY Entrepreneur of the Year Award.

Das Startup von Lichtenberg gehört zu den erfolgreichsten in der Schweiz und zählt weltweit die 15 grössten Pharma- und Kosmetikkonzerne als Kunden. InSphero hat sich der Herstellung und dem Vertrieb von hochwertigen Mikrogeweben verschrieben, die dem echten menschlichen Körpergewebe sehr nahe kommen. Die sogenannten «Micro Tissues» können für eine effizientere Medikamenten-Entwicklung eingesetzt werden, was wiederum Medikamententests verbilligen und vereinfachen sollen. Das venture leaders Programm in den Staaten 2010 half InSphero bei ihrer erfolgreichen Internationalisierung. Für die kommende Ausgabe im Sommer engagiert sich das Unternehmen sogar als Sponsor.

Bevor Lichtenberg mit InSphero durchgestartet ist, hat er einige interessante Stellen besetzt. Er ist von Haus aus Mikrotechnologie-Ingenieur. «Ich habe immer an der Schnittstelle zwischen Biologie und Ingenieurwissenschaften gearbeitet», sagt er. Nachdem er seine Doktorarbeit an der EPFL abgeschlossen hatte, leitete er eine Gruppe an der ETH und ist dann über zwei Stationen in den Bereichen Mikro-Elektronik und Medizintechnologie bei InSphero gelandet. Die Geschäftsidee kam von seinen zwei Mitgründern Jens Kelm (CSO) und Wolfgang Moritz (Head of Research Applications). «Beide haben schon mehrere Jahre im Bereich der Mikrogewebe-Technologie gearbeitet. 2008 trafen wir uns dann auf ein Bier und diskutierten darüber eine Firma zu gründen. Ein Jahr später haben wir es dann getan.»

«Going global»
Für Lichtenberg ist es das zweite Startup, das er gegründet hat. 1998 gründete er seine erste Firma. «Advanced Micromachining Tools lieferte Technologien für die Mikrochip-Industrie. Damals haben wir die Firma ohne Businessplan, dafür mit einem tollen Produkt, viel Elan und einer guten Portion Naivität gegründet, und sind erfolgreich organisch gewachsen. Ich habe aber auch die Grenzen eines solchen Nischengeschäfts kennengelernt.» Das Setup sei aber ganz anders gewesen und die Zeiten natürlich auch. Man habe sich darauf geeinigt, dass die Firma klein bleiben sollte.

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Jan Lichtenberg zeigt sein venture leaders Zertifikat in seinem Büro in Schlieren.

Bei InSphero war dies etwas anders. Es war ausgeschlossen, dass man sich auf den Schweizer Markt reduzieren wird. Lichtenberg erläutert: «Wir hatten schon sehr früh einige Produkte bei Kunden in Deutschland platziert. Ausserdem war für alle klar, dass wir international tätig sein müssen.» Schliesslich sei die USA der grösste Einzelmarkt für ihre Produkte. 50 Prozent aller Pharma-IND wird in den Staaten gemacht. «Wenn du da nicht tätig bist, kannst du nicht Marktführer sein», sagt er. Man habe aber nicht gewusst, wie man in den dortigen Markt erfolgreich einsteigen könne und ob es möglich sei, von der Schweiz aus Geschäfte in den Staaten abzuwickeln. Da kam der Business-Development-Trip venture leaders 2010 genau richtig. Lichtenberg sagt: «Die Tage dort waren phänomenal und haben mir viel gebracht. Ich habe dort gelernt, wie der amerikanische Markt funktioniert.»

Das Resultat der venture leaders Reise zeigte sich 2013. Damals wurde durch die Hilfe von swissnex «InSphero Inc» in den Staaten gegründet. «Unsere ersten Kunden in den USA haben wir während der Startup-Trips von venturelab kennengelernt. Die Firma ist seither ständig gewachsen. Mittlerweile können wir zwölf Personen dort beschäftigen», sagt Lichtenberg. Man habe genau das umgesetzt, was man 2010 gelernt und sich zum Ziel gesteckt habe. Lichtenberg ergänzt: «Unsere Kunden sehen uns dort als amerikanisches Unternehmen mit Schweizer Qualität. Genau das wollten wir erreichen.» Dank venture leaders habe man Top-Leute – sowohl aus der Industrie als auch Investoren – getroffen, zu denen man sonst keinen Zugang bekommen hätte.

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Letzten November besuchte Lichtenberg Kunden und Mitarbeiter in den USA. Ausserdem nahm er in Palm Springs an einer Veranstaltung von EY teil, denn er erhielt einen Monat zuvor die Auszeichnung «Entrepreneur of the Year» in der Kategorie «Emerging Entrepreneur». An Preise hat sich Lichtenberg wohlmöglich schon fast gewöhnt. So erhielt InSphero kurz nach Gründung durch den Gewinn bei Venture Kick 130’000 Franken Startkapital und landete 2014 auf dem ersten Platz im TOP 100 Ranking. Er erläutert: «Diese Preise sind natürlich eine schöne Anerkennung unserer Arbeit und würdigt die Leistung der gesamten Firma.» Besonders der erste Platz im Top 100 Ranking hat dazu geführt, dass neue Investoren gefunden werden konnten. «In der letzten Finanzierungsrunde, die wir abgeschlossen haben, sind Investoren dabei, die wir am TOP 100 Event kennengelernt haben», sagt Lichtenberg. Auch den Kunden gäben diese Auszeichnungen Sicherheit, dass sie in das richtige Produkt investieren.

Rosige Zukunft
Die Zukunft für InSphero scheint rosig zu sein. Doch darf man sich nie auf den eigenen Lorbeeren ausruhen. Die Finanzierungsrunden haben Lichtenberg und seinen Mitarbeitenden finanziell zwar Sicherheit gebracht, doch hat man nicht vergessen die Firma weiter auszubauen. Lichtenberg erklärt: «Wir sind daran in den USA eine eigene Produktionsanlage aufzubauen. Unsere amerikanischen Kunden sind sensibel, wenn ein Produkt nur im Ausland hergestellt wird.» Auch den asiatischen Markt habe man im Auge. Dass dies ein steiniger Weg ist, ist Lichtenberg klar. Doch traut man ihm zu, dass er und sein Team dies auch erreichen werden. Und in der Krebsforschung besteht ein grosses Potenzial. Dazu gründete man das Spin-off InSphero Diagnostics 2014.

Die Jury des EY Entrepreneur of the Year Awards begründet die Wahl von Lichtenberg folgendermassen: «Die Jury zeigt sich bei Dr. Jan Lichtenberg fasziniert von den Möglichkeiten seiner Innovation und beeindruckt von seiner Fähigkeit, ein heterogenes, internationales Forscherteam von Topspezialisten auf ein gemeinsames Ziel einzustellen und auf Kurs zu halten.» In einem Video wird der Sieg und die Firma nochmals genauer vorgestellt:

Dieses Jahr zwei Reisen
In diesem Jahr wird es zwei Reisen in die USA mit dem venture leaders Programm geben: nach New York für Tech-Startups und nach Boston für Life Science Startups. New York bietet heute ein einzigartiges Netzwerk von Angel Investoren und du hast die einmalige Chance sie mit deinem aufstrebenden Technologie Startup im Sommer 2016 kennenzulernen. Zusammen mit neun anderen venture leaders reist du für eine Woche in den Startup Hotspot.

Fall du mit deinem Startup im Life Science Bereich tätig bist, ist Boston der richtige Ort, um hochkarätige Investoren zu finden und um dein Netzwerk zu weltweit führenden Forschungseinrichtungen zu vergrössern. Hier findest du alle weiteren Infos zum Business-Development-Trip nach Bosten. Für das Progamm sind ebenfalls Startups aus den Bereichen Health-Tech, Cleantech und Micro-Nano-Technologie zugelassen.